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03.09.20 - 10:26 Uhr

Ob´s im Herbst noch reichen wird für die Miete?

Angesichts steigender Arbeitslosigkeit, Zunahme von Kurzarbeit und erneutem Anstieg von Corona-Infektionen fürchtet man beim Deutschen Mieterbund – Landesverband Hessen e.V., nicht nur den Beginn der zweiten Welle von Corona-Erkrankungen, sondern auch zunehmende Obdachlosigkeit. Gert Reeh, erster Vorsitzender beim Deutschen Mieterbund Landesverband Hessen e.V. teilt mit: „Die finanziellen Mittel der Mieter, gerade der mit mittleren und niedrigen Einkommen, sinken stetig. Besonders diejenigen der Mieterinnen und Mieter, die ohnehin nicht viel Geld verdienen, sind zunehmend von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit betroffen. Dies gilt besonders für die Mieter in Großstädten, in denen die Zahl der Beschäftigten in Hessen erstmals seit zehn Jahren gesunken ist.“ Alleine vom Monat Juni zum Monat Juli sind rund 7100 Arbeitslose mehr gemeldet.

„Besonders bedenklich ist dabei, dass vor allem die hessischen Großstädte, wie zum Beispiel Frankfurt und Wiesbaden, wo die Wirtschaft jahrelang boomte, betroffen sind. Hier herrscht ohnehin ein starker Druck auf dem Wohnungsmarkt, die Mieten sind hoch“, so Reeh weiter. Aber auch die Kurzarbeit, die in nie gekannte Dimensionen angestiegen ist und bisher weitere Arbeitslosigkeit verhindert hat, ändert nichts an der momentanen Situation.

„Wer aber arbeitslos wird, hat es noch schwerer als bisher in der derzeitigen Krise eine neue Stelle oder gar eine neue Wohnung zu finden“, mahnt die Direktorin des Verbands, Eva-Maria Winckelmann, an. Der Deutsche Mieterbund – Landesverband Hessen e.V. fordert daher auch weiterhin Staatshilfen, beispielsweise die Übernahme von Mietzahlungen übergangsweise zu gewähren, um Engpässe abzufedern. Darüber hinaus wünscht man sich dort, dass sich möglichst viele  private Vermieter und natürlich besonders die kommunalen und öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften dazu bereit erklären, derzeit keine Kündigungen und Räumungen wegen Zahlungsverzug auszusprechen. Auch auf Mieterhöhungen sollte derzeit bis auf weiteres verzichtet werden. „Soziale Wohnungspolitik ist wichtiger denn je“, folgern Reeh und Winckelmann unisono.