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26.09.18 - 20:27 Uhr

„Es ist schon  fünf nach Zwölf“

„In Wiesbaden und Umgebung fehlen derzeit zehntausende von Wohnungen“, so Eva-Maria Winckelmann, Geschäftsführerin des Mieterbundes Wiesbaden und Umgebung e. V., „Mittlerweile benötigen wir hier  nicht nur 5.000 – 6.000 Sozialwohnungen, sondern mindestens weitere 5.000 bezahlbare Wohnungen für Menschen mit mittlerem Einkommen. Dies ist umso dringender, als dass allen aktuellen Untersuchungen zufolge Wiesbaden auch in den nächsten Jahren weiter wachsen wird, die Bevölkerung zunimmt.“

Derzeit ist Wiesbaden vom selbst gesteckten Ziel, rund 1.200 Wohnungen pro Jahr neu zu schaffen, meilenweit entfernt. Zwar wird in Wiesbaden an vielen Stellen gebaut, aber meist nur im Luxusbereich. Rechnet man zudem von den fertig gestellten Wohnungen z.B. die durch Abriss weg gefallen Wohnungen heraus, so gab es im vergangenen Jahr nicht einmal 200 Wohnungen mehr als bisher.

„Wir fordern daher die Stadt auf, mit aller Kraft in den Wohnungsbau zu investieren. Dazu gehört es auch. eigene Grundstücke kostengünstig vorrangig den eigenen städtischen Wohnungsgesellschaften zum Bau der dringend notwendigen Wohnungen zur Verfügung zu stellen“, fordert Winckelmann weiter. „Eine vergünstigte Abgabe von Wohnungen an die städtischen Wohnungsbaugesellschaften ist Bedingung dafür, dass überhaupt bezahlbare Wohnungen geschaffen werden können. Darüber hinaus muss die Stadt darauf achten, dass die Vorgabe für geförderten Wohnraum von mindestens 30 % bei allen Bauvorhaben eingehalten wird. Weitere Fälle, wie im Delkenheimer Neubaugebiet „Lange Seegewann“, wo der Anteil an geförderten Wohnungen mit nicht einmal 20 Prozent weit unter diesem Mindestmaß liegt, darf es nicht mehr geben!“

Ohne verstärkte Anstrengungen wird sich der Wohnungsmarkt in Wiesbaden weiter verschlechtern, die Mietpreise weiter ansteigen. „Damit wäre auch das soziale Gleichgewicht gefährdet“ schließt Winckelmann.