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News

10.08.17 - 11:19 Uhr

Wo bleiben die 22 Prozent?

Erst wurde bekannt, dass an der Ecke Schiersteiner Straße/Platanenstraße ein neues Gebäude mit knapp 50 Wohnungen ganz ohne Sozialwohnungen erstellt werden soll, nun soll auf dem ursprünglichen Postgrundstück an der nördlichen Welfenstraße ein neuer Bau entstehen, bei welchem zwar Sozialwohnungen entstehen sollen, aber viel zu wenig. Von geplanten 180 Wohnungen sollen gerade einmal 28 öffentlich gefördert sein. „Dies entspricht nicht einmal der eigenen Kooperationsvereinbarung von SPD, CDU und Grünen, nach welcher eine verbindliche Quote von Sozialwohnungen bei Neubauprojekten von 22 Prozent einzuhalten ist sondern nur der früheren Quote von 15 % und ist damit viel zu wenig“, so Helmut Domann, 1. Vorsitzender des Mieterbund Wiesbaden und Umgebung e.V. „Wir sind enttäuscht, dass sich die Stadt trotz Wohnungsnot offensichtlich nicht an ihre selbst gesetzten Vereinbarungen hält“, so Domann weiter. Von den lediglich 28 geplanten öffentlich geförderten Wohnungen werden sich sogar nur zehn im Neubau befinden, die restlichen sollen in bereits bestehenden sogenannten Bestandswohnungen eingerichtet werden. „Da drängt sich der Gedanke auf, dass Sozialwohnungen im Neubau nicht gewünscht sind“, so Domann weiter. Dies werde nicht zu einer guten sozialen Durchmischung beitragen, sondern eher zu einer sozialen Spaltung führen.

In Wiesbaden fehlen 4.000 bis 5.000 preisgünstige Wohnungen. Warum sich die Stadt bei Neubauprojekten nicht an ihre aktuellen selbst gesteckten Vereinbarungen hält, ist beim Mieterbund nicht nachvollziehbar. Hier entsteht der Eindruck, dass den Wohnbedürfnissen, wie sie in der Wiesbadener Bevölkerung tatsächlich vorhanden sind, nicht nachgekommen wird und die Bezieher von mittleren und kleinen Einkommen wieder einmal das Nachsehen haben. „Immerhin sollen die übrigen Wohnungen durch die SOKA-Bau zum Mietspiegelmittelwert angeboten werden. Das sind dann aber, je nach Größe, auch noch rund 9 bis 11 € pro qm. Eine Menge Geld, dass erst einmal verdient werden muss“, schließt Domann.